Zinsen berechnen 2026: Formeln, Beispiele und Zinsrechner
Ob Kredit, Baufinanzierung, Sparkonto oder Tagesgeld — wer Zinsen selbst berechnen kann, trifft bessere Finanzentscheidungen. Hier finden Sie alle wichtigen Zinsformeln, verständlich erklärt mit konkreten Rechenbeispielen.
✓ Zuletzt aktualisiert: April 2026
Lesezeit: ca. 4 Minuten
Zinsen berechnen: Formeln, Beispiele und Zinsrechner
Die wichtigsten Zinsformeln im Überblick
| Zinsart | Formel | Anwendung |
|---|---|---|
| Einfache Zinsen | Z = K × p × t / (100 × 360) | Kurzfristige Anlagen, Tagesgeld |
| Jährliche Zinsen | Z = K × p / 100 | Festgeld, einfache Berechnung |
| Zinseszins (Endkapital) | K_n = K_0 × (1 + p/100)^n | Langfristige Anlagen, ETF-Sparplan |
| Effektivzins (Annuität) | Iterative Berechnung via Solver | Kredit, Baufinanzierung |
| Rendite (Kehrseite) | p = (K_n / K_0)^(1/n) – 1 | Renditeberechnung bestehender Anlage |
Variablen: Z = Zinsbetrag, K = Kapital (Anfang), p = Zinssatz in %, t = Laufzeit in Tagen, n = Laufzeit in Jahren, K_n = Endkapital
Rechenbeispiele: Zinsen berechnen Schritt für Schritt
| Szenario | Eingaben | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Tagesgeld 3 Monate | 10.000 € × 3,2 % × 90 Tage | 10.000 × 3,2 × 90 / 36.000 | 80 € Zinsen |
| Festgeld 1 Jahr | 20.000 € × 3,5 % | 20.000 × 3,5 / 100 | 700 € Zinsen |
| Zinseszins 10 Jahre | 15.000 € × 7 % × 10 Jahre | 15.000 × (1,07)^10 | 29.507 € Endkapital |
| Baukredit Rate | 300.000 € × 3,8 % / 12 Monate | 300.000 × 0,038 / 12 | 950 € Zinsen im 1. Monat |
Nominalzins vs. Effektivzins: Der Unterschied
Der Nominalzins ist der auf das Kapital angewandte Zins ohne Nebenkosten. Der Effektivzins berücksichtigt alle Kosten (Bearbeitungsgebühren, Kontoführung, Tilgungsmodalitäten) und macht Kredite vergleichbar. Laut Preisangabenverordnung (PAngV) müssen alle Kreditangebote in Deutschland den Effektivzins ausweisen. Bei Baufinanzierungen liegt der Effektivzins typischerweise 0,1–0,3 Prozentpunkte über dem Nominalzins.
Häufige Fragen zum Zinsen berechnen
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Zinsen verstehen: So funktioniert der Zinsmarkt
Der Leitzins der EZB ist der wichtigste Hebel für Spar- und Kreditzinsen in Deutschland. Steigt der Leitzins, werden Kredite teurer und Sparzinsen besser. Fällt er, sinken Kreditkosten – aber auch Tagesgeld und Festgeld rentieren weniger. Der Transmissionskanal vom EZB-Entscheid zum Kundenprodukt dauert meist 1–3 Monate.
Bei Baufinanzierungen ist nicht der EZB-Leitzins direkt maßgeblich, sondern die 10-jährigen Bundesanleihen. Diese bilden den Referenzrahmen für Hypothekenzinsen. Wenn die Inflation sinkt und die Wirtschaft schwächelt, fallen Anleihezinsen – und damit auch Bauzinsen.
So vergleichen Sie Zinsen richtig
Beim Vergleich von Spar- und Kreditangeboten ist der effektive Jahreszins entscheidend, nicht der Nominalzins. Der Effektivzins berücksichtigt alle Kosten und Gebühren. Bei Tagesgeld und Festgeld gibt es keine Gebühren – hier entsprechen Nominal- und Effektivzins einander.

Wichtig: Neukunden-Aktionszinsen bei Tagesgeld laufen oft nur 3–6 Monate. Danach gilt der deutlich niedrigere Bestandskundenzins. Wer maximale Rendite will, muss bereit sein, regelmäßig den Anbieter zu wechseln. Alternativ bieten Festgeldleiter (mehrere Festgelder gestaffelt) Flexibilität bei gleichzeitig hoher Rendite.
Zinseszins: Der stärkste Effekt im Finanzbereich
Der Zinseszins-Effekt entfaltet seine volle Kraft über lange Zeiträume. Wer jeden Monat 200 EUR bei 3 % Festgeldrendite anlegt, hat nach 10 Jahren 27.955 EUR – davon 3.955 EUR reine Zinsen. Bei ETFs (angenommene 7 % p.a.) wären es 34.606 EUR – 10.606 EUR Rendite auf dieselben Einzahlungen. Der Unterschied wächst mit der Zeit exponentiell.
Weiterführende Informationen: Deutsche Bundesbank

