Arbeitsvertrag 2026: Pflichtangaben, unwirksame Klauseln und Probezeit
026: Was muss drinstehen, was ist unwirksam und worauf achten?
Der Arbeitsvertrag ist die rechtliche Grundlage jedes Beschäftigungsverhältnisses. Er muss nicht zwingend schriftlich sein — mündliche Arbeitsverträge sind gültig. Allerdings hat der Arbeitnehmer Anspruch auf eine schriftliche Fixierung wesentlicher Arbeitsbedingungen innerhalb von sieben Tagen (Nachweisgesetz). Viele Klauseln in Standardarbeitsverträgen sind unwirksam.
026 (Nachweisgesetz)
| Pflichtangabe | Frist | Sanktion bei Fehlen |
|---|---|---|
| Name und Anschrift beider Parteien | 1. Arbeitstag | Schadensersatz möglich |
| Beginn des Arbeitsverhältnisses | 1. Arbeitstag | Schadensersatz möglich |
| Arbeitsort | 7. Arbeitstag | Schadensersatz möglich |
| Tätigkeitsbeschreibung | 7. Arbeitstag | Schadensersatz möglich |
| Arbeitsentgelt (inkl. Zulagen) | 7. Arbeitstag | Schadensersatz möglich |
| Arbeitszeit (Dauer, Verteilung) | 7. Arbeitstag | Schadensersatz möglich |
| Urlaubsanspruch | 7. Arbeitstag | Schadensersatz möglich |
| Kündigungsfristen | 7. Arbeitstag | Schadensersatz möglich |
Lesezeit: ca. 5 Minuten
Häufig unwirksame Klauseln im Arbeitsvertrag
| Klausel | Warum unwirksam | Konsequenz |
|---|---|---|
| Überstunden pauschal mit Gehalt abgegolten | Nur bis ca. 10–25 % des Gehalts zulässig, muss transparent sein | Überstunden müssen bezahlt werden |
| Freiwilligkeitsvorbehalt für alle Leistungen | Widersprüchlich wenn Leistung regelmäßig erfolgt (betriebliche Übung) | Anspruch entsteht trotzdem |
| Ausschlussfristen unter 3 Monaten | Mindestfrist 3 Monate nach Fälligkeit | Ausschlussfrist unwirksam, Anspruch verjährt erst nach 3 Jahren |
| Wettbewerbsverbot ohne Entschädigung | Nur wirksam mit 50 % des Gehalts als Karenzentschädigung | Arbeitnehmer nicht daran gebunden |
026
Die Probezeit beträgt maximal 6 Monate. Während der Probezeit gilt eine verkürzte Kündigungsfrist von 2 Wochen (beiderseits). Die Probezeit kann einmalig verlängert werden, wenn der Tarifvertrag es zulässt oder beide Seiten zustimmen. In Befristungsvereinbarungen darf die Probezeit nicht unverhältnismäßig lang sein — bei 6-monatigen Befristungen ist eine 3-monatige Probezeit in der Regel die Grenze.
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Arbeitszeit im Vertrag: Mindeststunden und Flexibilität
Das Arbeitszeitgesetz schreibt maximal 8 Stunden täglich vor (ausnahmsweise 10 Stunden bei Ausgleich in 6 Monaten). Verträge mit „Arbeit auf Abruf“ (KAPOVAZ) müssen eine Mindestarbeitszeit von 20 Stunden angeben, wenn keine Stundenzahl vereinbart ist — sonst gelten 20 Stunden als vereinbart. Pausenregeln: ab 6 Stunden 30 Minuten Pause, ab 9 Stunden 45 Minuten.
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Zinsen verstehen: So funktioniert der Zinsmarkt
Der Leitzins der EZB ist der wichtigste Hebel für Spar- und Kreditzinsen in Deutschland. Steigt der Leitzins, werden Kredite teurer und Sparzinsen besser. Fällt er, sinken Kreditkosten – aber auch Tagesgeld und Festgeld rentieren weniger. Der Transmissionskanal vom EZB-Entscheid zum Kundenprodukt dauert meist 1–3 Monate.
Bei Baufinanzierungen ist nicht der EZB-Leitzins direkt maßgeblich, sondern die 10-jährigen Bundesanleihen. Diese bilden den Referenzrahmen für Hypothekenzinsen. Wenn die Inflation sinkt und die Wirtschaft schwächelt, fallen Anleihezinsen – und damit auch Bauzinsen.
So vergleichen Sie Zinsen richtig
Beim Vergleich von Spar- und Kreditangeboten ist der effektive Jahreszins entscheidend, nicht der Nominalzins. Der Effektivzins berücksichtigt alle Kosten und Gebühren. Bei Tagesgeld und Festgeld gibt es keine Gebühren – hier entsprechen Nominal- und Effektivzins einander.
Wichtig: Neukunden-Aktionszinsen bei Tagesgeld laufen oft nur 3–6 Monate. Danach gilt der deutlich niedrigere Bestandskundenzins. Wer maximale Rendite will, muss bereit sein, regelmäßig den Anbieter zu wechseln. Alternativ bieten Festgeldleiter (mehrere Festgelder gestaffelt) Flexibilität bei gleichzeitig hoher Rendite.
Zinseszins: Der stärkste Effekt im Finanzbereich
Der Zinseszins-Effekt entfaltet seine volle Kraft über lange Zeiträume. Wer jeden Monat 200 EUR bei 3 % Festgeldrendite anlegt, hat nach 10 Jahren 27.955 EUR – davon 3.955 EUR reine Zinsen. Bei ETFs (angenommene 7 % p.a.) wären es 34.606 EUR – 10.606 EUR Rendite auf dieselben Einzahlungen. Der Unterschied wächst mit der Zeit exponentiell.
Weiterführende Informationen: Deutsche Bundesbank

