Pfändungsfreigrenze 2026: Tabelle und Schutz für Schuldner
Die Pfändungsfreigrenze schützt Schuldner davor, vollständig ausgepfändet zu werden. Ein Mindestbetrag des Einkommens bleibt immer unpfändbar — damit das Existenzminimum gesichert ist. Wie hoch dieser Betrag 2026 ist, wann das P-Konto greift und was Gläubiger pfänden dürfen, erklären wir hier.
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Pfändungsfreigrenzen 2026: Die aktuellen Beträge
Die Pfändungsfreigrenzen werden alle zwei Jahre angepasst und sind in der Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung (PfGrenzBek) festgelegt. Ab dem 1. Juli 2023 gelten folgende Werte (Stand 2025/2026):
| Unterhaltspflichtige Personen | Pfändungsfreier Nettobetrag/Monat |
|---|---|
| Keine unterhaltspflichtigen Personen | 1.402,28 Euro |
| 1 unterhaltspflichtige Person | 1.931,19 Euro |
| 2 unterhaltspflichtige Personen | 2.226,19 Euro |
| 3 unterhaltspflichtige Personen | 2.521,19 Euro |
| 4 unterhaltspflichtige Personen | 2.816,19 Euro |
| 5 unterhaltspflichtige Personen | 3.111,19 Euro |
Einkommen oberhalb dieser Grenzen ist nicht vollständig pfändbar — es gibt eine gestaffelte Tabelle, die festlegt, welcher Anteil des Mehrverdienstes einbehalten werden kann. Bei sehr hohem Einkommen (über ca. 4.340 Euro netto) kann der Überschuss vollständig gepfändet werden.
P-Konto: Automatischer Pfändungsschutz für das Girokonto
Das Pfändungsschutzkonto (P-Konto) schützt automatisch den pfändungsfreien Grundfreibetrag auf dem Girokonto. Jeder Kontoinhaber hat das Recht, sein Girokonto kostenlos in ein P-Konto umzuwandeln:
- Grundschutz ohne Nachweis: monatlich 1.402,28 Euro (2025/2026)
- Erhöhung durch Bescheinigung möglich (z. B. durch Schuldnerberatung, Arbeitgeber)
- Übertrag ins Folgemonats möglich, wenn Freibetrag nicht aufgebraucht wurde (max. 3 Monate)
- Umwandlung bei jeder Bank möglich — Antrag beim Kreditinstitut stellen
Was darf überhaupt gepfändet werden?
Nicht alles ist pfändbar. Das Gesetz schützt bestimmte Einkünfte vollständig:
- Nicht pfändbar: Sozialhilfe, Bürgergeld, Blindengeld, Pflegegeld, Elterngeld (bis 300 Euro), Kindergeld
- Bedingt pfändbar: Arbeitseinkommen (oberhalb der Freigrenzen), Renten (mit Einschränkungen), Mieteinnahmen
- Sachpfändung: Keine Pfändung von Grundausstattung (Bett, Herd, Kühlschrank, Kleidung, Berufswerkzeug)
Bei einer Lohnpfändung wendet der Arbeitgeber die Pfändungstabelle automatisch an — er ist gesetzlich dazu verpflichtet und haftet, wenn er zu viel oder zu wenig einbehält.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Pfändungsfreigrenze 2026?
Der Pfändungsfreibetrag für eine Person ohne Unterhaltspflichten beträgt ab Juli 2026 monatlich 1.402,28 Euro netto. Mit unterhaltspflichtigen Personen erhöht sich der Betrag entsprechend.
Was ist ein P-Konto?
Das Pfändungsschutzkonto (P-Konto) ist ein normales Girokonto, das durch den P-Konto-Status den monatlichen Pfändungsfreibetrag automatisch schützt. Jeder hat das Recht, sein Konto kostenlos umzuwandeln.
Kann mein Arbeitgeber von einer Pfändung erfahren?
Ja. Bei einer Lohnpfändung muss der Gerichtsvollzieher oder das Gericht den Arbeitgeber informieren. Der Arbeitgeber ist dann gesetzlich verpflichtet, den pfändbaren Betrag direkt an den Gläubiger abzuführen.
Wie lange dauert eine Kontopfändung?
Eine Kontopfändung besteht, bis die gepfändete Forderung vollständig bezahlt ist oder der Gläubiger sie zurücknimmt. Das P-Konto schützt während dieser Zeit den Grundfreibetrag.
Kann Kindergeld gepfändet werden?
Kindergeld ist grundsätzlich unpfändbar, sofern es für den Unterhalt des Kindes verwendet wird. In der Praxis schützt das P-Konto das Kindergeld automatisch im Rahmen des Freibetrags.
Weiterführende Informationen: BaFin – Verbraucherinformation Kredite


