Juniordepot 2026: Depot für Kinder eröffnen und Vermögen aufbauen
Wer früh anfängt, für Kinder zu sparen, profitiert von einem mächtigen Vorteil: dem Zinseszinseffekt über Jahrzehnte. Ein Juniordepot ermöglicht es Eltern, Großeltern oder Paten, bereits ab kleinen Beträgen in ETFs und Aktien für Kinder zu investieren — mit eigenen Steuervorteilen für die Kinder.
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Juniordepot: Voraussetzungen und Unterschiede zum Erwachsenen-Depot
Ein Juniordepot (auch Kinderdepot) wird auf den Namen des Kindes eröffnet. Wichtige Merkmale:
| Merkmal | Juniordepot |
|---|---|
| Depotinhaber | Das Kind (minderjährig) |
| Depotberechtigte | Eltern / gesetzliche Vertreter |
| Steuer-ID | Die des Kindes (kostenlos beim Finanzamt beantragbar) |
| Freistellungsauftrag | 1.000 Euro / Jahr für das Kind |
| Grundfreibetrag | 11.604 Euro / Jahr (2026) — das Kind zahlt keine Steuer darunter |
| Verfügbarkeit bei Volljährigkeit | Das Depot gehört dem Kind ab 18 |
Kinder haben ihren eigenen Steuerfreibetrag. Ein Kind ohne Einkommen kann jährlich nicht nur den Sparer-Pauschbetrag (1.000 Euro), sondern auch den Grundfreibetrag nutzen — das ergibt zusammen rund 12.604 Euro steuerfreie Kapitalerträge pro Jahr. Eine erhebliche Steuerersparnis gegenüber dem Anlegen im Namen der Eltern.
Juniordepot eröffnen: Die besten Anbieter 2026
Nicht alle Broker bieten Kinderdepots an. Auf folgende Punkte sollten Eltern achten:
- Keine Depotgebühren: Gute Kinderdepots sind komplett kostenlos
- Sparplanfähigkeit: Kleine monatliche Beträge (ab 10–25 Euro) möglich
- ETF-Auswahl: Breite ETF-Palette für diversifizierte Anlage
- Zuverlässigkeit: Etablierter, insolvenzresistenter Anbieter bevorzugt
Anbieter mit Juniordepot: ING, DKB, Comdirect, Consorsbank. Trade Republic und Scalable Capital bieten aktuell keine Juniordepots an — das ist ein echter Nachteil gegenüber klassischen Banken.
Rechenbeispiel: 100 Euro monatlich ab Geburt
Ein Elternteil legt monatlich 100 Euro für ein Neugeborenes in einen MSCI-World-ETF mit durchschnittlich 7 Prozent jährlicher Rendite an:
- Nach 10 Jahren: ca. 17.300 Euro (eingezahlt: 12.000 Euro)
- Nach 18 Jahren: ca. 40.000 Euro (eingezahlt: 21.600 Euro)
- Nach 25 Jahren: ca. 81.000 Euro (eingezahlt: 30.000 Euro)
Die frühe Altersvorsorge oder der Grundstock für ein Studium oder eine erste Wohnung: Das Juniordepot ist eine der wirkungsvollsten Formen des Vermögensaufbaus für die nächste Generation.
Häufige Fragen
Wer kann ein Juniordepot eröffnen?
Eltern oder gesetzliche Vertreter können ein Juniordepot auf den Namen ihres minderjährigen Kindes eröffnen. Auch Großeltern können einzahlen, wenn Eltern die Verwaltung übernehmen.
Was passiert mit dem Juniordepot wenn das Kind 18 wird?
Mit Erreichen der Volljährigkeit geht das Depot automatisch in die vollständige Verfügungsgewalt des Kindes über. Die Eltern haben dann keinen Zugriff mehr auf das Konto.
Welche Steuervorteile hat ein Juniordepot?
Kinder haben einen eigenen Grundfreibetrag (2026: ca. 12.084 Euro) und den Sparer-Pauschbetrag (1.000 Euro). Kapitalerträge bis zu dieser Summe sind steuerfrei — viel mehr als bei Erwachsenen mit regulärem Einkommen.
Kann das Kind jederzeit auf das Geld zugreifen?
Nein. Das Geld gehört zwar dem Kind, kann aber während der Minderjährigkeit nur mit Zustimmung der Eltern und ggf. des Familiengerichts entnommen werden. Mit 18 steht es dem Kind vollständig zur Verfügung.
Ab welchem Betrag lohnt sich ein Juniordepot?
Schon ab 25 Euro pro Monat lohnt sich ein Juniordepot bei kostenlosen Anbietern. Der Zinseszinseffekt macht auch kleine Beträge über 15–18 Jahre zu einem respektablen Startkapital.
Weiterführende Informationen: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)


