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Körperschaftsteuer 2026: Satz, Berechnung und Gesamtbelastung für GmbH

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Stand: 17.05.2026 | Quelle: Interhyp

Die Körperschaftsteuer (KSt) ist die zentrale Ertragsteuer für Kapitalgesellschaften in Deutschland. GmbHs, AGs und UGs zahlen 15 Prozent auf ihren Gewinn. Zuzüglich Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer ergibt sich eine Gesamtbelastung von rund 29 bis 33 Prozent — deutlich mehr als der Nominalwert vermuten lässt.

✓ Zuletzt aktualisiert: April 2026

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Körperschaftsteuersatz 2026: 15 Prozent plus Solidaritätszuschlag

Der Körperschaftsteuersatz beträgt seit 2008 unverändert 15 Prozent. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Körperschaftsteuer, was eine effektive Steuerquote von 15,825 Prozent ergibt.

Steuerart Steuersatz Effektiver Satz
Körperschaftsteuer 15,00 % 15,000 %
Solidaritätszuschlag 5,5 % auf KSt 0,825 %
Gewerbesteuer (ø Hebesatz 420 %) 3,5 % × 420 % ca. 14,7 %
Gesamtbelastung ca. 30,5 %

Die Gewerbesteuer variiert je nach Gemeinde erheblich: In München (Hebesatz 490 %) liegt sie bei ca. 17,15 Prozent, in kleineren Gemeinden mit Mindest-Hebesatz 200 Prozent nur bei 7 Prozent. Die Wahl des Firmensitzes hat also echten Einfluss auf die Steuerbelastung.

Wer ist körperschaftsteuerpflichtig?

Körperschaftsteuerpflichtig sind alle Kapitalgesellschaften und bestimmte andere juristische Personen:

  • GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)
  • AG (Aktiengesellschaft) und KGaA
  • UG (Unternehmergesellschaft, „Mini-GmbH“)
  • SE (Societas Europaea)
  • Eingetragene Genossenschaften
  • Vereine mit wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb

Personengesellschaften wie GbR, OHG oder KG sind nicht körperschaftsteuerpflichtig. Ihre Gewinne werden den Gesellschaftern zugerechnet und von diesen mit persönlicher Einkommensteuer versteuert — dies kann bei niedrigem persönlichen Steuersatz günstiger sein als die GmbH-Besteuerung.

Körperschaftsteuer Praxisbeispiel: GmbH mit 200.000 Euro Gewinn

Wie hoch ist die Steuerbelastung einer GmbH in Frankfurt (Hebesatz 460 %) bei 200.000 Euro Jahresgewinn?

  • Körperschaftsteuer (15 %): 30.000 Euro
  • Solidaritätszuschlag: 1.650 Euro
  • Gewerbesteuer: Messbetrag 7.000 Euro × 460 % = 32.200 Euro
  • Gewerbesteuer als Betriebsausgabe → mindert KSt-Bemessungsgrundlage leicht
  • Gesamtsteuer: ca. 63.000–64.000 Euro (≈ 32 %)

Nach Steuern verbleiben der GmbH rund 136.000 Euro. Schüttet die GmbH diesen Betrag als Dividende aus, fällt auf Gesellschafterebene zusätzlich Abgeltungsteuer von 25 Prozent (plus Soli) an — was die Gesamtbelastung auf über 48 Prozent treiben kann. Wer Gewinne im Unternehmen thesauriert, spart erheblich.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Körperschaftsteuer 2026?

Der Körperschaftsteuersatz beträgt 15 Prozent. Zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Körperschaftsteuer ergibt sich eine effektive Rate von 15,825 Prozent — noch ohne Gewerbesteuer.

Zahlt eine UG Körperschaftsteuer?

Ja. Die UG ist steuerlich identisch mit einer GmbH. Sie zahlt 15 Prozent Körperschaftsteuer plus Solidaritätszuschlag plus Gewerbesteuer auf ihren Gewinn.

Was ist der Unterschied zwischen Körperschaftsteuer und Einkommensteuer?

Körperschaftsteuer trifft juristische Personen wie GmbH oder AG. Einkommensteuer zahlen natürliche Personen auf ihr persönliches Einkommen. Ein GmbH-Gesellschafter, der ein Gehalt bezieht, zahlt darauf Einkommensteuer; die GmbH selbst zahlt Körperschaftsteuer.

Sind gemeinnützige GmbHs von der Körperschaftsteuer befreit?

Ja. Gemeinnützige Körperschaften (gGmbH, Vereine, Stiftungen) sind steuerbefreit, solange sie ausschließlich gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen und die Gewinne nicht ausschütten.

Kann eine GmbH Verluste bei der Körperschaftsteuer vortragen?

Ja. Verluste können vorgetragen und mit zukünftigen Gewinnen verrechnet werden. Ab 1 Million Euro Gewinn gilt jedoch die Mindestbesteuerung: Nur 60 Prozent des Gewinns können mit Verlustvorträgen verrechnet werden.

Weiterführende Informationen: Bundesministerium der Finanzen

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