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Immobilien verkaufen 2026: Ablauf, Steuern & Kosten

Wer eine Immobilie verkauft, muss Spekulationssteuer, Maklerprovision und Notarkosten einkalkulieren. Wer 10 Jahre gewartet hat, verkauft steuerfrei. Ein strukturierter Ablauf spart Zeit und Geld.

10 Jahre3,78%+0,04
15 Jahre3,90%+0,04
Stand: 16.07.2026 | Quelle: Interhyp

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Immobilie verkaufen: Schritt-für-Schritt 2026

Schritt Aufgabe Dauer
1. Marktwert ermitteln Gutachter, Online-Bewertung oder Makler 1–2 Wochen
2. Unterlagen zusammenstellen Grundbuchauszug, Energieausweis, Baupläne 1–3 Wochen
3. Exposé erstellen Fotos, Beschreibung, Preis festlegen 1 Woche
4. Vermarktung Makler oder privat (ImmoScout, Immowelt) 4–12 Wochen
5. Kaufvertrag & Notar Notartermin, Grundbuchumschreibung 4–6 Wochen
6. Übergabe Protokoll, Schlüssel, Zählerstände 1 Tag
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Zins 3,78 % (10J) | Annuitätendarlehen

Steuern beim Immobilienverkauf 2026

Situation Steuer Regelung
Selbst bewohnt (mind. 2 Jahre) Steuerfrei § 23 EStG Ausnahme
Vermietet, über 10 Jahre gehalten Steuerfrei 10-Jahres-Spekulationsfrist
Vermietet, unter 10 Jahre Spekulationssteuer (persönl. ESt-Satz) Gewinn = Verkaufspreis – Kaufpreis – Kosten
Maklerprovision Geteilt: je 3,57 % Käufer + Verkäufer Seit 2020 gesetzlich geregelt

Immobilienkauf: Die häufigsten Fehler

Beim Hauskauf passieren immer wieder dieselben Fehler, die teuer werden können. Der größte: Zu wenig Eigenkapital. Experten empfehlen 20-30% des Kaufpreises plus alle Nebenkosten aus eigener Tasche zu finanzieren.

Zweithäufigster Fehler: Die Lage wird unterschätzt. Eine Immobilie in einer strukturschwachen Region kann langfristig Wert verlieren, während gute Lagen stabil bleiben. Prüfen Sie Infrastruktur, Schulen, Arbeitgeber und Bevölkerungsprognosen.

Checkliste Immobilienkauf

Schritt Was prüfen?
Vor der Besichtigung Lage, Verkehrsanbindung, Kaufpreisspiegel
Bei der Besichtigung Substanz, Feuchtigkeit, Heizung, Dach, Fenster
Vor dem Kaufvertrag Grundbuch, Erschließungskosten, Altlasten
Finanzierung Eigenkapital, Nebenkosten eingeplant, KfW-Förderung?

Ein unabhängiger Gutachter kostet 500-1.500 EUR und kann teure Überraschungen verhindern — besonders bei älteren Gebäuden.

Baufinanzierung berechnen: Schritt-für-Schritt

Eine realistische Finanzierungsplanung beginnt mit dem Blick auf die eigene Liquidität. Ihre monatliche Rate sollte 30-35% des Nettohaushaltseinkommens nicht übersteigen. Bei 5.000 EUR Netto wären das maximal 1.500-1.750 EUR monatlich – inklusive aller wohnbezogenen Kosten.

Die Faustregel für den maximalen Kaufpreis: Nettoeinkommen × 100 × 12 / 6 = Richtwert. Bei 5.000 EUR Netto ergibt das ca. 1.000.000 EUR maximale Gesamtbelastung inklusive Zinsen – was einem Kaufpreis von ca. 500.000-600.000 EUR entspricht (je nach Eigenkapital und Zinssatz).

Finanzierungsbeispiel: 400.000 EUR Kaufpreis

Parameter Konservativ Optimistisch
Eigenkapital 80.000 EUR (20%) 120.000 EUR (30%)
Nebenkosten (12%) 48.000 EUR 48.000 EUR
Darlehensbetrag 368.000 EUR 328.000 EUR
Zinssatz (3,5%) 3,5% 3,2%
Tilgung 2% 2,5%
Monatliche Rate 1.648 EUR 1.573 EUR

Was kostet ein Haus wirklich?

Neben Kaufpreis und Finanzierungskosten entstehen laufende Kosten: Grundsteuer (ca. 200-600 EUR/Jahr je nach Gemeinde, ab 2026 neue Grundsteuer), Instandhaltungsrücklage (1-2 EUR/m²/Monat bei Eigentumswohnungen, 0,5-1% des Gebäudewerts bei Häusern), Versicherungen und Nebenkosten.

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immobilien verkaufen – Infografik
Immobilien verkaufen – Infografik

Die Finanzierung sollte solide stehen, bevor man ernsthaft sucht. Eine Finanzierungsbestätigung der Bank stärkt die Verhandlungsposition und zeigt dem Verkäufer, dass Sie ernsthaft sind. Empfehlenswert: mindestens 20 % Eigenkapital einbringen, damit sind Nebenkosten gedeckt und die Bank bietet bessere Konditionen.

Lage, Lage, Lage – der wichtigste Faktor bei Immobilien

Die Lage bestimmt langfristig den Wert einer Immobilie. Wichtige Faktoren sind Infrastruktur (ÖPNV, Schulen, Einkaufen), Bevölkerungsentwicklung der Region, Leerstandsquote und Mietpreisniveau. In strukturschwachen Regionen können Kaufpreise zwar günstig sein, aber das Wertsteigerungspotenzial und die Vermietbarkeit sind oft gering.

Eine Faustformel für Kapitalanleger: Der Kaufpreis sollte nicht mehr als das 25-fache der Jahresmiete betragen (Kaufpreismultiplikator). In Großstädten wie München oder Frankfurt liegen Multiplikatoren oft bei 35–50 – was die Eigennutzung attraktiver macht als die Kapitalanlage.

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Seit der Energiekrise 2022 spielt der Energieausweis eine entscheidende Rolle. Gebäude mit schlechter Energiebilanz (Klasse F–H) sind günstiger in der Anschaffung, aber teuer im Betrieb und im Wert langfristig benachteiligt. KfW-Förderprogramme für energetische Sanierung (BEG-Zuschüsse bis 45 %) machen Modernisierungen attraktiv.

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Weiterführende Informationen: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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